Testbericht - M1 Spitzing Evolution

Unser Testbericht zum Spitzing Evolution von M1 Sporttechnik

Frei nach dem Motto: „Was gut ist, kann immer noch besser werden“, steht das Spitzing Evolution eMTB als Weiterentwicklung der Spitzing Serie für Ausstattung der Extraklasse. Mit dem FOX Fahrwerk gibt es vorne und hinten Federweg satt, während der TQ HSP 120S, der derzeit stärkste Mittelmotor auf dem Markt, die nötige Power für den Trail liefert. Mit einem Drehmoment von 120 Nm, einer Betriebsspannung von 48 Volt und bis zu 550% Eigenleistung, sucht das brachiale Kraftpaket unter den e-Bike Antreiben seinesgleichen. Wir konnten den brandneuen Prototyp einigen ausgiebigen Testfahrten unterziehen und möchten unsere Erfahrung hier mit Ihnen teilen. 

Die Besonderheiten des Spitzing Evolution

Das Spitzing Evolution e-Mountainbike im Paxistest - Unser Testfahrer berichtet

Für 2019 wurde der Vorgänger des Spitzing Evolution, das Spitzing, auf den Kopf gestellt und vom Hersteller M1 Sporttechnik komplett überarbeitet. Der neue Namenszusatz Evolution unterstreicht die Entwicklung der Spitzing Serie, die bereits 2015 auf der Eurobike mit ihren Leistungsdaten, der Optik und der spektakulären Ausstattung für allerlei Aufsehen sorgte. Das neue Design für 2019 setzt jetzt die markante Linienführung des Carbonrahmens fort, spart dabei aber 25% des Rahmengewichts ein. Weiterhin unverändert sind die Kernmerkmale des e-Mountainbikes, die breiten Reifen und der leistungsstarke e-Bike Antrieb. Neu hingegen ist der im Unterrohr integrierte und entnehmbare Akku mit 84 Zellen und 880 Wh Kapazität. Optional stehen sogar 1050 Wh zur Verfügung. Durch das vollgefederte FOX Fahrwerk mit bis zu 160 mm Federweg am Vorder- und Hinterrad und die breiten Plus-Reifen ist das Spitzing Evolution bestens für Fahrten in anspruchsvollem Gelände geeignet. Die Magura MT5 Vier-Kolben Bremsanlage bringt das eMTB auch während steilen Abfahrten zuverlässig zum Stehen. 

Die Performance im Praxistest

Wir haben das Spitzing Evolution von M1 für Sie getestet und berichten von unserem ersten Eindruck des eMTBs

Auch wenn die Spezifikationen des Spitzing Evolution darauf hindeuten, so überraschte uns das Gewicht von rund 27 kg beim ersten Aufsteigen doch. Die Extrakilos lassen sich durch den leistungsstarken TQ Antrieb erklären, der für seine Energieversorgung einen angemessen großen Akku benötigt, erklären. Der Akku mit 880 Wh ist entsprechend schwer, überzeugt mit seiner Leistung jedoch auf unserer Strecke jenseits der 1000 Höhenmeter. Keine Sorgen um fehlende Reichweite, stattdessen reichlich Reserven für Endspurts und die letzten Gipfelmeter. Nach unserer Fahrt über 1000 Hm waren nach 12 km gerade mal etwas über 50% der Akkukapazität verbraucht. 

 

Die passende Unterstützung lässt sich über die Lenkerfernbedienung rechts leicht und handlich auswählen. Mit den fünf Unterstützungsstufen Range Extender (45%), Eco (45%), Tour (110%), Sport (195%) und Power (550%) stehen genügend Unterstützungsmodi für jeden Bedarf zur Verfügung. Natürlich begeisterte uns der Power Modus am meisten, hier ließ sich jede Art von Steigung permanent an der 25 km/h Schwelle fahren und wir spürten die volle Kraft des Motors. Weniger begeistern konnte uns hingegen der Eco Modus, denn dieser eignet sich bei dem hohen Eigengewicht des e-Mountainbikes nicht um das Bike effizient in der kleinsten Unterstützungsstufe zu bewegen. Der innere, gefühlte Widerstand beim Pedalieren war spürbar, bewegte sich aber noch in einem akzeptablen Rahmen und bestätigte uns erneut wo die Stärken dieses e-Bikes liegen, nämlich in voller Motorpower in hohen Tourmodi. Die Kraftentfaltung des Antriebs war ein wirklich unvergleichliches Erlebnis! Sogar bei Steigungen von 20% brach der Vorschub kaum ein, was sich wohl erneut auf den großen Akku zurückführen lässt. Für Begeisterung sorgte auch die Tatsache, dass die Leistungsentfaltung selbst unter Dauerlast permanent erhalten blieb. 

 

Testbericht zum M1 Spitzing Evolution e-Mountainbike

 

In Sachen Fahrgefühl zeigte sich erneut das relative hohe Gewicht des Spitzing Evolution, dieses wirkt sich jedoch positiv auf die Fahreigenschaften im Gelände aus. Mit den üppigen 160 mm Federweg an Front und Heck liegt das eMTB unglaublich gut im Federweg und arbeitet bei einem Negativfederweg (SAG) von 30% extrem weich. Das sorgt in Kombination mit den breiten Schwalbe NobbyNic Reifen für maximale Traktion auf unebenen Trails. Bei Sprüngen setzt das Bike recht schnell frontlastig zur Landung an, hier hat uns von der 36er Float Gabel der gewisse Schub gefehlt, um das Pedelec aktiv aus dem Sprung zu bewegen. Das Spitzing Evolution lässt sich agil im Trail fahren, das Verschieben des Körperschwerpunkts aus der Sitzposition gestaltet sich angenehm und erlaubt ausreichend Spielraum beim Balancieren. Gerade dieser Bewegungsspielraum ist auch nötig, um das e-Bike auf der Spur zu halten. Das Spitzing Evolution muss ohne Zweifel sehr aktiv gefahren werden und erfordert Einiges an Arbeit, sollte es mal von der Spur abkommen. 

 

 

Die Bremsperformance des Spitzing Evolution ist dank der speziellen Magura MT5 Bremsen mit großen Bremsbelägen sehr gut. Die Vierkolben MT5 Stopper haben sich in der Vergangenheit durch ihr ausgesprochen attraktives Preis-Leistungsverhältnis bereits bewährt. Der Verschleiß ist beim Einsatzgebiet des e-Mountainbikes und dem hohen Gewicht natürlich etwas höher, die Wartungskosten für neue Beläge sind jedoch überschaubar. An dieser Stelle können wir empfehlen eine 200er Scheibe anstelle einer 180 Variante im Heck zu nutzen. Überzeugend waren die Kontaktschalter in den Bremshebeln, die selbst bei filigranen Fahrsituationen ein sicheres Handling ermöglichen, in dem bereits bei leichter Betätigung die Motorunterstützung unterbrochen wird. 

Unser Fazit zum Spitzing Evolution

Unser Testbericht und Fazit zum Spitzing Evolution von M1 Sporttechnik

In Sachen Motorleistung bietet das Spitzing Evolution von M1 ein überraschend überzeugendes Spektakel. Der TQ HSP 120S Mittelmotor entwickelt mit seinen 120 Nm eine ungeahnte Power, die selbst erfahrene Biker zum Staunen bringt. Das Fahrwerk liegt satt im Federweg und dämpft alles ab was in den Weg kommt. Der Enduro-typische Carbonrahmen ermöglicht eine bequeme Rahmengeometrie mit aufrechter Sitzposition. Dank des im Unterrohr integrierten Akkus, wirkt der Rahmen des eMTBs deutlich schlanker und sportlicher. Mit seinem hohen Gewicht und der Agilität im Gelände, eignet sich das Spitzing Evolution für fortgeschrittene Fahrer mit Trail Erfahrung. Wer ein solides Gesamtpaket mit maximaler Leistung sucht, kann hier beherzt zugreifen.