Testbericht - Focus Bold² XS

In diesem Testbericht wird das Focus Bold² XS näher untersucht und getestet.

Innovationen für die e-Bike Saison 2018 sind nicht nur für erfahrene und gereifte e-Mountainbike Spezialisten gedacht. Mit dem Bold² XS bedenkt Focus in diesem Jahr auch Kinder, die sich für Pedelecs begeistern und stellt so die Weichen für eine gepflegte Tour mit der ganzen Familie. Das Angebot von Kinder e-Mountainbikes ist momentan noch recht überschaubar. Wir haben gemeinsam mit unserem neunjährigen Nachwuchs eine Testreihe mit dem Bold² XS unternommen um herauszufinden, wie sich dieses kleine Modell von seinen großen Brüdern der Hardtail e-Mountainbike Serie Bold² unterscheidet. Das Ausprobieren eines Kinder e-Mountainbikes lohnt sich, auch die kleinen Radler haben erfahrungsgemäß viel Freude an einem Elektromotor. 

Das Gerüst des Focus Bold² XS

Wie ein reguläres e-Mountainbike hat auch das Kindermodell der Bold²-Reihe 27.5“ Laufräder, die auf etwas holprigem Gelände gut fahren. Aufgrund der geringeren Größe ist das Bold² XS mit 19,35 kg etwas leichter als seine großen Geschwister.

 

Als Hardtail e-Mountainbike hat das Bold² natürlich keinen Dämpfer. Unser junger Trail-Fan konnte sich bei unseren Trailfahrten aber einer Variosattelstütze mit 100 mm Hub und einer Silver TK Federgabel mit 80 mm Federweg von Rock Shox erfreuen. Zwar wäre es von Vorteil, wenn die Federgabel zwecks besserer Einstellungsmöglichkeiten eine mit Luftkammer wäre, die Version mit Stahlfeder arbeitet jedoch solide. Ebenso wie die Sattelstütze, die trotz des leichtgewichtigen neunjährigen Fahrers bergab zuverlässig einfährt. Bergauf ausgefahren hatte unser junger Tester ein gutes Gefühl was die Effizienz beim Fahren mit dem Bold² betrifft. Praktisch für das Stehen mit kurzen Kinderbeinen ist beim Bold² der nach unten verlaufende Knick im letzten Drittel des Oberrohrs. Positiv für ein einfaches Handling des Hardtail wurde wiederum der 720 mm breite Lenker bemerkt. Beim Lenkerremote musste unser Neunjähriger allerdings viel Kraft für die Bedienung aufwenden.  

Elektromotor und Akku für das Focus Bold² XS

Selbst bei e-Mountainbikes für Kinder setzt der Hersteller Focus auf die Integrierung des Akkus in das Unterrohr. Gemeinsam mit dem Shimano E8000 Mittelmotor ergibt sich so ein tiefer Schwerpunkt. So hat auch unser jüngster Tester ein natürliches und gutes Fahrgefühl. Ebenso erfreut er sich eines ebenso kräftigen Elektromotors wie sie für die herkömmlichen Bold² Modelle verwendet werden. Der Shimano Steps Antrieb drosselt wie üblich erst bei 25 km/h, anders als bei anderen Kinder e-Bikes. Auch der Akku hält mit 378 Wh ordentlich Energie für junge e-Mountainbiker parat. Die Bedienung des Antriebs hat sich nicht als Hindernis für unseren Neunjährigen entpuppt. Der Wechsel zwischen den drei Unterstützungsstufen ECO, TRAIL und BOOST ging leicht von der Hand. Beinahe überflüssig scheint bei unserem Tester die Übersetzungsbandbreite von 418 %. Er fährt womöglich wegen des insgesamt geringen Gewichts fast die ganze Zeit im selben Gang, obwohl eine 11-Gang Shimano XT mit 11-46 Kassette zur Verfügung steht. Alles andere als unerheblich ist die Bremsanlage des Bold² XS. Es findet sich aber eine absolut solide Zwei-Kolben Bremse mit 203 mm Bremsscheibe vorne und 180 mm hinten, die dank Kühlrippen nicht so bald überhitzen. 

Unser Fazit zum Focus Bold² XS

Dieses Hardtail e-Mountainbike ist ein guter Trick um den Nachwuchs nach draußen und weg vom Computer zu kriegen. Für leichte Trails und spaßige Geländefahrten eignet sich das Bold² XS perfekt für kleine e-Mountainbiker. Das Antriebssystem funktioniert zuverlässig und ist nicht zu kompliziert. Die Sitzrohrlänge von 35 cm ist je nach individuellem Wachstum gut geeignet für Kinder zwischen 9 und 14 Jahren. Für die Kleineren hält Focus das Bold² Junior parat. 

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