Mo

25

Apr

2016

Daumen hoch für eine andere Art des Mountainbikens

Daumen hoch fü r eine andere Art des Mountainbikens

Neues Jahr, neue Möglichkeiten? Seit 2016 hat MTB X Pert eine Kooperation mit dem e-Bike Experten e-motion. Grund genug, deren e-Mountainbikes mal auf Herz und Nieren zu testen. Drei Guides von MTB X Pert hatten drei Tage Zeit, um sich ein Urteil zu bilden.

Was waren Eure Erwartungen vor dem Test?

 

Stephan Hunger: Ich bin, wie meine Kollegen, ein eher abfahrtsorientierter Mountainbiker. Ich habe mich darauf gefreut, schneller auf dem Berg zu sein, damit ich in der gleichen Zeit mehr Trails zum Hinunterfahren habe. 

 

Und: hat sich das bestätigt?

 

Ulrike Wendrich: Ja, nicht nur das: Denn wir sind nicht nur viel schneller aufwärts gefahren, unsere Streckenwahl hat sich definitiv verändert. Viele Trails wollen mit einem e-MTB auch von unten nach oben "erobert" werden. Dieser "Uphill-Flow" war definitiv eine ganz neue Erfahrung für uns.

Gregor Mainzer: Ich würde so weit gehen, und sagen, dass e-Mountainbiken eine Grenzverschiebung darstellt. Die höhere Geschwindigkeit in der Ebene und beim Bergauffahren erfordern mehr Konzentration und mehr oder andere Fahrtechnik-Skills, als beim klassischen Mountainbiken. Diese Herausforderung kann für einen ungeübten Fahrer sicherlich problematisch sein, für uns war sie auf jeden Fall ein großer Spaß [lacht].

 

Heißt das, e-Mountainbiken ist nicht anfängertauglich?

 

Stephan Hunger: Das hängt sehr von der Streckenwahl ab. Auf breiten Waldwegen sehe ich kein Problem, sofern man mit Rücksicht auf Begegnungsverkehr vorausschauend fährt. Nichtsdestotrotz braucht ein e-Biker zusätzlich zum normalen Fahrtechnik-Können eine weitere Kompetenz: den Umgang mit seinem Antrieb. Das heißt, er muss lernen, wann benutzte ich die Schaltung, wann eher eine höhere Motorunterstützung, wie setze ich diese ein und wie lange hält eigentlich der Akku. Für mehr Sicherheit auf dem Rad empfehlen wir grundsätzlich, die eigene Position auf dem Bike bei einem Fahrtechnik-Training zu optimieren. Dies gilt umso mehr für e-Biker, die sich auch noch "um andere Dinge" auf dem Bike kümmern müssen.

Ulrike Wendrich: Mit einem e-Bike sinkt die Hemmschwelle, einfach mal neue Wege auszuprobieren. Das ist fantastisch, weil sich der Aktionsradius enorm erweitert. Die Gefahr für ungeübte Fahrer besteht darin, dass diese plötzlich an Orte kommen, die vorher nicht erreichbar waren. Schieben ist mit den doch sehr schweren Bikes weder bergauf noch bergab ein Kinderspiel. Hier ist ein hoher Grad an Eigenverantwortung gefragt.

Wie war es bergab?

 

Gregor Mainzer: Im Großen und Ganzen war der Unterschied recht klein zu unseren "normalen" Bikes. Positiv ist sicherlich der tiefere Schwerpunkt, der die Überschlagsgefahr deutlich verringert. Die e-Bikes liegen satter in der Kurve. Das höhere Gewicht macht sie etwas weniger verspielt, aber dem Fahrspaß tut dies keinen Abbruch. Ein klares "Daumen hoch".

 

Waren Eure Touren denn überhaupt anstrengend?

 

Stephan Hunger: Auf jeden Fall! Ganz so entspannt, wie ich ursprünglich dachte, war es bergauf gar nicht. Wir sind halt einfach schneller gefahren [grinst]. Außerdem waren die Aufwärtsstrecken steiler als gewöhnlich und die Konzentration war mehr denn je gefragt. Strampeln mussten wir auf jeden Fall. Auch hier bestimmt die Streckenwahl den sportlichen Anspruch. Es geht definitiv auch "gemütlicher".

 

Euer Fazit?

 

Gregor Mainzer: Eine tolle Ergänzung zum normalen Mountainbiken. Besonders zum Exploren von neuen Touren eine super Sache. 

Ulrike Wendrich: Gerne wieder. Für mich war es eine ganz andere Art des Bikes. Ich bin sehr positiv überrascht.

Stephan Hunger: Ein Fatbike mit Antrieb war für mich absolut überzeugend und ein echtes Spaßmobil. Ich hoffe, dass e-Mountainbiker gewissenhaft mit der Natur umgehen und auf den Wegen bleiben und sich sozialverträglich gegenüber anderen Waldnutzern verhalten. Nur so können wir auf eine Akzeptanz dieser schönen Spielart des Mountainbikens hoffen.

Vielen Dank für Eure Einschätzung. 

 

Wer Lust hat, auch einmal ein Mountainbike mit Antrieb von e-motion zu testen und sich von den "Profis" Tipps geben zu lassen, kann dies bei einer der geguideten e-Bike Touren von MTB X Pert tun.

 

Weitere Informationen gibt’s hier

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Kommentare: 1
  • #1

    Axi (Sonntag, 01 Mai 2016 13:58)

    Laut Fotos ist das Hügelbiken. Da fahre ich ohne Motor deutlich steilere und vor allem technisch anspruchsvollere Wege hinauf. Mich interessiert, wie sich die EMTBs im steilen alpinen Gelände im Uphill bewehren.