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Jul

2015

e-Bike und Rechtliches: S-Pedelec und die Benutzung der Radwege

e-Bike und Rechtliches

Bisher dürfen S-Pedelecs nicht auf dem Radweg gefahren werden, sondern die Fahrer müssen auf der Straßen fahren. Das könnte sich bald ändern. Die Bundesregierung plant die Straßenverkehrsordnung (StVo) zu ändern. Demnach sollen Kommunen in Zukunft selbst entscheiden, ob sie Radwege für S-Pedelecs freigeben.

S-Pedelecs auf Radwegen

Stromer S-Pedelec

Der Verkehrsexperte Matthias Gastel hatte eine Anfrage an das Verkehrsmininsterium gestellt, mit der Antwort, dass das Ministerium rechtliche Änderung bezüglich S-Pedelecs plant. Das Zusatzschild "e-Bikes frei" soll demnächst deutlich machen, dass der Radweg sowohl von Fahrradfahrern, als auch von e-Bike- oder S-Pedelec Fahrern genutzt werden kann.

Auch außerhalb geschlossener Ortschaften sollen die Rechte von S-Pedelec Fahrern überarbeitet werden. Dort sollen die Fahrer grundsätzlich alle Radwege benutzen dürfen. Dazu würde die StVO erneut geändert werden müssen. 

Radwege ausbauen

Radwege für S-Pedelecs

Für den Grünen-Politiker Gastel ist es damit allerdings noch nicht getan. Seiner Meinung nach, müsse das Radwegesystem grundsätzlich verbessert werden. Einerseits, weil die höheren Geschwindigkeiten von S-Pedelecs breitere Fahrradspuren erfordern und andererseits weil es notwendig ist, dem stetig steigenden Anteil von e-Bikes gerecht zu werden. Nur durch einen Ausbau der Radwege für Fahrräder und e-Bike könne diese Entwicklung adäquat gefördert werden, so der Grünen-Politiker.

 

Wie ist Ihre Meinung zum Thema: Sollen S-Pedelecs auf dem Radweg fahren dürfen oder gehören sie auf die Straße? Hinterlassen Sie gerne Ihren Kommentar (s.u.).

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Kommentare: 11
  • #1

    Fred Duckstein (Donnerstag, 09 Juli 2015 17:33)

    Bin dafür.
    Aber würde in meinen Augen nur Sinn machen, wenn Geschwindigkeit auf Fahrradwege auf 25km/h begrenzt würde.Wer schneller fahren will muss halt die Straße benutzen.Bin selbst pedelec Fahrer.Fahre täglich zur Arbeit.Hinzu benutze ich die Straße.Zurück fahre ich den Emscherweg.Den darf ich mit ein S pedelec nicht benutzen, sonst hätte ich schon eins.S pedelecs sollten schon Fahrradwege benutzen dürfen.Aber mit einer angemessenen Geschwindigkeit.Mit 45 km/h am Emscherweg entlang ist einfach zu gefährlich.Also Geschwindigkeitsbegrenzung für s pedelecs auf Fahrradwege.Wenn der Gesetzgeber das so umsetzen würde, dann würden viele Autofahrer oder auch Rollerfahrer sich vielleicht auch ein s pedelec kaufen.

  • #2

    Florian Meier (Donnerstag, 23 Juli 2015 14:09)

    Der Artikel ist etwas irreführend. Schon heute ist es erlaubt mit einem S-Pedelec auf Radwegen zu fahren wo für das Mofa freigegeben ist! Die Angst von Herrn Duckstein kann ich nicht teilen. Wenn keine Fussgänger da sind sollte man 45 km/h fahren dürfen! Bei Fussgänger oder Hündeler ist das so oder so nicht möglich selbst wenn es erlaubt ist. Meistens muss man eh auf 10 km/h oder noch weniger abbremsen, weil man nicht beachtet wird!

  • #3

    Manfred Gehrmann (Donnerstag, 23 Juli 2015 14:58)

    Ich bin für die generelle Freigabe von Radwegen für S-Pedelecs.
    Ich fahre ein solches und nutze in der Innenstadt (Hannover) immer die Radwege. Auf der Straße ist man a ein Verkehrshindernis und b ist es Lebensgefährlich. Mit einem S-Pedelec kann man nicht konstant 45kmh fahren. Ist immer noch ein Rad zum selber treten. In den Randgebieten fahre ich immer Straße und werde ständig angehupt. Zur Geschwindigkeitsbegrenzung auf den Radwegen. Die Radwege bei uns sind so schlecht, das man eh kaum mehr als 25 fahren kann. Ansonsten gibt es ja noch eine persönliche Selbstverantwortung. Wäre aber ok dass per Gesetz festzulegen. Gibt ja auch andere.

  • #4

    Cornelia Hellmuth (Donnerstag, 23 Juli 2015 17:57)

    Ich bin absolut dagegen!
    Solche S-Pedelecs mit 45 km/h sollten den Mofas gleichgestellt werden, die diese Wege in den meisten fällen ja auch nicht benutzen dürfen.
    Begündug:
    Die meisten Fahradwege befinden sich auf dem Bürgersteig und diese Wege werden von den Fußgängern oft nicht respektiert. Ich habe mit meinem Fahrrad schon öfter noch in der letzten Sekunde, vor einem träumenden Fußgänger bremsen können.
    Jezt überlegen sie sich, da kommt ein S-Pedelec mit 45 km/h an; was mag da wohl mit des Fußgänger passieren? Und nicht nur das: Der S-Pedelecfahrer fällt schließlich auch hin und holt sich Schürfwunden am Pflaster oder er wird gar auf die Fahrbahn geschleudert... ich glaube die Folgen möchte keiner tragen.

  • #5

    Martin Eggers (Donnerstag, 23 Juli 2015 19:02)

    Da bin ich ja mal gespannt - aus der (langsam verblassenden) Erinnerung an den Nationalen Radverkehrskongress Mitte Mai in Potsdam:
    - Boris Palmer regt an, den Kommunen die Möglichkeit zu geben, außerörtliche Radwege (je nach regionaler Gegebenheit) optional für S-Pedelecs freizugeben (wohl auch aus persönlicher Erfahrung, selbst mit 45 km/h paßt die Straße mit beleitendem Radweg nur bedingt (insobesondere aus Sicht StVo-unverfahrener Autofahrer))
    - und erhält eine 'verbale Klatsche' vom Vertreter des Ministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur. Für jenen ohne lange Rede völlig undenkbar - immerhin reicht die Zeit dann noch für ein leidenschaftliches Plädoyer für den Hybrid-Porsche (ja, war leider wirklich so).

    Wenn die Erinnerung nicht trügt war es Norbert Barthle - da gilt es Verständnis zu haben, laut seiner Homepage Parlamentarischer Staatssekretär seit "Mitte Februar 2015" und vorher angabegemäß mit Schäubles Schwarzer Null beschäftigt. Zum Auftritt des Ministeriums vor Ort hat es jedenfalls gepaßt, der war (inhaltlich) insgesamt ausgesprochen dürftig.

    Eigene Meinung: als erstes gilt gegenseitige Rücksichtnahme (für alle Verkehrsteilnehmer - einschließlich Radfahrer), was auch von Boris Palmer erneut deutlich gesagt wurde - und als zweites gibt es reichlich Strecken, die sich genau für diese Neuregelung anbieten. Bleibt zu hoffen, dass sich hier etwas tut !

    PS: ohnehin ausgesprochen wahrscheinlich, das künftige Generationen auf unsere "Radwege" nur mit einem Lächeln reagieren werden - Veränderung braucht passende Infrastruktur - auf geht's !

  • #6

    Roger Eichler (Sonntag, 26 Juli 2015 19:57)

    Eine höchst seltsame Debatte!
    Der Radverkehr und erst recht S-Pedelecs gehören auf die Fahrbahn. Dort ist es sicherer. Nicht umsonst heißt es in §2 StVO: "Fahrzeuge fahren auf der Fahrbahn". Wer mit einem S-Ped unbedingt einen Radweg befahren will, darf dies außerorts schon heute, denn rechtlich sind S-Peds Krafträder. Aber wozu dann ein S-Ped? Ein höheres Tempo ist in den meisten Fällen wegen baulichem Zustand, Linienführung usw. des Radwegs ohnehin kaum realisierbar. Und wenn doch, dann ist es hundsgefährlich, denn Radwege außerorts werden meist auch von Fußgängern und ihren Hunden benutzt.
    Ich habe mir ein S-Ped zugelegt, nur weil ich damit nicht auf den vermaledeiten Radwegen fahren muss. Denn eigentlich will ich nur mit Muskelkraft fahren.
    Anstelle der Freigabe von Radwegen für S-Peds sollte man vor allem die Freigabe der Fahrbahnen für den Radverkehr fordern. Und etwas dafür tun, dass sich Radfahrer und Radfahrerinnen wieder auf die Fahrbahnen trauen.

  • #7

    Martin Eggers (Dienstag, 28 Juli 2015 23:04)

    Eine höchst seltsame Debatte - in der Tat und leider wohl komplizierter als manchmal gedacht (S-Pedelec): "Nach früherer Behördenmeinung galten sie noch als Leichtmofa, inzwischen nicht mehr" (http://www.adfc-nrw.de/kreisverbaende/kv-bielefeld/technik/elektrofahrraeder.html#c15961)

  • #8

    Martin Eggers (Dienstag, 28 Juli 2015 23:06)

    Eine höchst seltsame Debatte - in der Tat und leider wohl komplizierter als manchmal gedacht (S-Pedelec): "Nach früherer Behördenmeinung galten sie noch als Leichtmofa, inzwischen nicht mehr" - damit sieht's außerorts schlecht für die S-Fahrer aus, denn auch 45 km/h machen auf der Straße dann nicht (so) viel her...

    (http://www.adfc-nrw.de/kreisverbaende/kv-bielefeld/technik/elektrofahrraeder.html#c15961)

  • #9

    Bernd Wenzel (Donnerstag, 30 Juli 2015 18:51)

    Das S-Pedelecs auf die Straße müssen ist aus meiner Sicht eine recht lebensgefährliche Verordnung, da viele Autofahrer (zumindest hier in Hannover) diese Fahrer ständig anhupen, schneiden oder mit riskanten Fahrmanövern bedrängen.
    Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass S-Pedelecfahrer sich auf Radwegen in ihrer Geschwindigkeit 1. den gegebenen Fahrbahnverhältnissen anpassen und 2. auch auf "träumende" Füßgänger und wild durch die Gegend laufende Hunde gefasst sind und Rücksicht nehmen.
    Wenn andererseits Fußgänger und Autofahrer während ihrer Lauf- und Fahrwege mal
    auf ihre ständige Smartphonesucht verzichten würden, wären sie auch nicht so oft
    von der jeweiligen Verkehrssituation abgelenkt.
    Ich würde eine Fahrerlaubnis für S-Pedelecs auf Radwegen eindeutig begrüßen.

  • #10

    Wolfgang Hoppe (Sonntag, 23 August 2015 18:10)

    Eine Geschwindigkeitsbegrenzung innerorts auf Radwegen für S-Pedelecs und Freigabe außerorts sollte doch genauso möglich sein, wie bei den Autofahrern, die eigenverantwortlich z. B. in den immer häufigeren 30km/h Zonen ebenfalls ihre Geschwindigkeit anpassen müssen. Ich konnte früher mit meinem Reiserad ohne Antrieb innerorts zwischen zwei Ampeln auf 44 km/h beschleunigen, als ich noch jünger war. Dies ging fast nur auf der Straße, da die Radweginfrastruktur i. A. zu uneben und eng ist. Somit gibt es die schnellen Radfahrer ohnehin in der Stadt. Da Geschwindigkeiten oberhalb von 30km/h auf dem Rad in der Stadt exponentiell gefährlicher werden, fährt man aus eigenen Interesse vorausschauend, vorsichtig und der Infrastruktur angepasst.

    Ich fahre jetzt (64 Jahre alt) auch nur Pedelecs, da man auf der Straße in der Stadt ebenfalls im Autostau stehen würde. Ein Freigabe für S-Pedelecs würde die sinnvolle Reichweite für Pendler signifikant erhöhen, da bei den höheren Geschwindigkeit außerorts weitaus größere Entfernungen zur Arbeit in vertretbarer Zeit absolviert werden könnten.

  • #11

    Andreas (Dienstag, 20 Oktober 2015 14:04)

    Hi, ich fahre nun ein halbes Jahr regelmäßig mit dem S-Pedelec zur Arbeit (one way 20km).
    60% Asphaltierte Feldwege (einige für S-Pedelecs nicht zugelassen) und die Restlichen 40% Stadt.
    In den ersten Wochen habe ich in der Stadt versucht -wie vorgesehen- auf der Straße zu fahren.
    Nachdem ich dann einige Wochen mindestens 1mal am Tag genötigt, geschnitten, abgedrängt, ausgebremst, angehupt oder als Vollidiot bezeichnet wurde (ja, weil ich nicht auf dem Radweg fahre), habe ich mich dazu entschieden, den für mich und alle anderen ungefährlichsten weg zu wählen.
    Soll heißen: Radweg belegt oder Bürgersteig voll wenn Straße leer ->ab auf die Straße.
    Straße voll, Radweg frei -> weiter aufm Radweg.
    Alles voll -> mit verminderter Geschwindigkeit weiter auf'm Radweg.

    Fahre so mit meiner Regelung recht gut und hatte bisher auch nicht eine unangenehme Situation mit der Polizei.

    Gerade bei dieser Fahrzeugklasse, die momentan mehr und mehr wächst, bringen andere Regelungen -ohne einen Ausbau der vorhandenen Radwege- meines Erachtens keine zufriedenstellende Lösung.

    PS: Die Tatsache, das S-Pedelecs nicht auf allen Feldwegen fahren dürfen (Thema Naturschutzgebiet) , kann doch auch nur ein Relikt aus alten Zeiten sein, oder?